Vanillin als Zukunft der Energiespeicherung

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    Vanillin als Zukunft der Energiespeicherung

    Vanillin als Hauptaromastoff der Gewürzvanille ist den meisten Menschen ein Begriff, doch es lässt sich auch aus den Abfallprodukten der Papierproduktion gewinnen und entsprechend chemisch behandelt, eignet es sich zum Einsatz in Batteriespeichern.

    Das Projekt

    Dem Grazer Start-Up Ecolyte unter der Führung von TU Professor Stefan Spirk es in den vergangenen Jahren gelungen Redox-Flow-Batterien umweltfreundlicher zu machen: Dazu haben sie einen Weg gefunden, deren Kernelement - die flüssigen Elektrolyte - aus dem aus Ligninabfällen erzeugten Vanillin herzustellen. Laut den Forschenden kann das Vanillin mithilfe von milder und grüner Chemie ohne den Einsatz von giftigen und teuren Metallkatalysatoren in ein redox-aktives Material, das in Flow-Batterien eingesetzt werden kann, hergestellt werden.

    Nun arbeiten sie daran, den Vanillin-Stromspeicher in sämtlichen Komponenten und Prozessen so nachhaltig wie möglich zu gestalten: Neben Vanillin als Speichermedium geht es auch um die Membran, die Elektrode und die Steuerung.

    Vom Labor in die Praxis

    Heuer soll das revolutionäre Batteriesystem das Labor verlassen und in Mürzzuschlag erstmals in der Praxis getestet werden. Die Viktor Kaplan Mürz GmbH (VKM) hat sich im letzten Jahr mit zwölf Prozent an Ecolyte beteiligt und plant nun, zunächst zwei Zehn-Kilowatt-Prototypen der Batterie zu testen, was etwa zwei Haushaltsspeichern entspricht. Wenn dieser Test erfolgreich verläuft, ist geplant, im nächsten Jahr bereits Strom im Megawattstundenbereich zu speichern. Dies wäre besonders wichtig für die VKM, die neben einem Wasserkraftwerk auch den Windpark Moschkogel betreibt, dessen zehn Turbinen jährlich etwa 45 Gigawattstunden Strom erzeugen.

    Die mittelfristigen Pläne gehen noch weiter. Es wurden bereits Gespräche mit dem Netzbetreiber geführt, um herauszufinden, an welchen Stellen Zwischenspeicher für den Strom sinnvoll wären. Dies ist besonders relevant, da die schwankende Einspeisung von Wind- und Solarkraftwerken die Stromnetze zunehmend belastet. Große Speicher könnten hier Abhilfe schaffen. Langfristig könnten die Vanillin-Batterien sogar als Saisonspeicher dienen und überschüssigen Strom über Jahreszeiten hinweg zwischenspeichern.

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